Business Case - Entscheidungen optimal vorbereiten.

Business Case - Betriebswirtschaft für den Alltag im Unternehmen

Business Case und Business Plan werden häufig verwechselt. Während der letztere dazu dient, neue Produkte oder neue Unternehmen zu planen, sollen Business Cases Entscheidungshilfen für alltägliche Fragen im Unternehmen liefern. Dabei geht es z. B. um neue Produkte, andere Lieferanten oder Investitionen. 

 

Im Gegensatz zum Business Plan bietet der Business Cases häufig ein enges Korsett von Bedingungen. Diese werden gerne in einem vorgefertigten Excel-Sheet definiert. Kurzfristig werden z. B. Preise und Kosten vorgegeben, langfristig aber auch zentrale Erwartungen an die Verzinsung der zu beurteilenden Projekte. Deswegen steht Wirtschaftlichkeits-berechnungen, in der BWL auch Investitionsrechnungen genannt, im Mittelpunkt vieler Business Cases. Insbesondere wenn es um die Beurteilung zumindest mittelfristiger Projekte oder von Investitionen geht, wird ein Zinssatz zum zentralen Maßstab für die Beurteilung. Dieser wird in vom Controlling zumeist zur Verfügung gestellten Excel-Tabellen meist als fester und von den Mitarbeitern nicht abänderbarer Wert integriert. Er beinhaltet die Erwartungen an die Verzinsung der Projekte oder Investitionen.

 

Ein Euro ist immer ein Euro? Wohl nicht, denn wenn rentabilitätsorientiert entschieden werden muss, ist ein Euro natürlich um so weniger wert, je später er verdient wird. In der Zwischenzeit hätte er sich ja verzinsen können... Und umgekehrt sind alle Ausgaben um so schmerzlicher, je früher diese stattfinden. Dieser Aspekt ist für viele Business Cases zentral, z. B. bei IT-Projekten, zu deren Beurteilung nicht nur alle Kosten des gesamten Lebenszyklus herangezogen werden, sondern eben auch die über einen längeren Zeitraum verteilten Einnahmen. Kommt noch - wie häufig im wirtschaftlichen Leben - Unsicherheit dazu, dann können kritische Werte ermittelt werden, die über einen längeren Zeitraum ausreichen, die geforderte Mindestverzinsung einzuhalten.

 

Um es englisch zu sagen: Es zählt im Business Case der Net Present Value, der tatsächliche Wert des Projektes oder der Investition. Dieser ist der Betrag, der oberhalb der geforderten Discount Rate, der Mindestverzinsung erwirtschaftet wird. Aber wovon hängt diese ab - auch wenn sie manchmal als von oben gegeben hingenommen wird? Es zählt die Alternative, die beste. Kann für das zu investierende Geld eine bessere Verwendung erkannt werden, zählt diese als Maßstab. Die Alternative muss aber auch existieren, zu hohe und nicht realisierbare Erwartungen bremsen jeden Business Case aus. Insofern ist dieser eben auch ein Tool, das einen unmittelbaren Vergleich ermöglicht; fällt er positiv aus, muss das Ergebnis  den Verantwortlichen nur noch nachvollziehbar präsentiert werden.

 

Literaturtipp:

Andreas Taschner, Business Cases, Ein anwendungsorientierter Leitfaden, Springer Fachmedien, Wiesbaden 2013, 2. Auflage, ISBN 978-3-658-00156-8 (als E-Book: ISBN 978-3-658-00157-7)